15.543x gelesen 70x abonniert Ausgabe 15/26 12.04.2026 Suchsdorfer Kanalkolumne Jetzt registrieren

Neue Erkenntnisse beim SV Suchsdorf Verfasst am : 13.03.2026 18:44

Die Fußballgötter...sind vielleicht gar nicht verrückt

Einige Sportkommentatoren beziehen sich gerne auf allgemeine Weisheiten, ein oft bemühter Spruch dabei fängt an mit "Die Fußballgötter müssen verrückt sein ...". Der SV Suchsdorf musste zu seinem Leidwesen diesen Spruch auch allzu oft zum Ende der 90 Minuten eines Spieles ertragen. Grund genug, nun endlich einmal externe Expertise einzuholen. Vertrauensvoll wurde Gurke N. Truppe, Priesterin des Fußballtempels zu Suchsdorf mit der Deutung des fußballgöttlichen Willens betraut. Eine Menge Weihrauch wurde über der aufgerissenen Grasnarbe verbrannt, die Kabine der Heimmannschaft mit iostonischem Weihwasser bespritzt, Holzbälle an die heimischen Torpfosten genagelt und die Trikots wurden zwischenzeitlich mit biologisch abbaubaren Dornenmaterialien gewoben. All das führte zu keinem Erfolg. Immer wieder: "Die Fußballgötter müssen verrückt sein ...".

In den letzten Tagen schließlich kam Gurke N. Truppe zu dem unangenehmen Ergebnis. Die Fußballgötter sind nicht verrückt.

Die Fußballgötter sind ERZÜRNT! Ja richtig, sie sagte: Die Fußballgötter sind ERZÜRNT!

Sie konnte keinen Grund benennen, warum die Götter über den SV Suchdorf erzürnt seien, wusste jedoch, wie die Götter zu besänftigen wären. Seit Menschengedenken gehört es zum guten Brauch unter Priesterinnen und Priestern, Serien von unangenehmen Erfahrungen und Misserfolgen mit Hilfe von Menschenopfern zu beenden und das Schicksal wieder in positivere Bahnen zu lenken. Manager Rheumakaypi war sofort angetan von der Idee, zumal sie recht leicht umsetzbar erschien und das Vereinsbudget bei der richtigen Auswahl sogar entlasten könnte. Ganz im Gegensatz zu anderen Maßnahmen, die andere Priesterinnen hier vielleicht vorgeschlagen hätten (z.B. Fußballgottstatuen in Gold, Umgestaltung der Stadionarchitektur durch Verbauen von haufenweise ionischen Säulen, Milionenspenden an die anonymen Jünger des letzten Weges der Fußballgötter).
Es wurde daher im Verein herumgefragt, welcher Vereinsangestellte sich vorstellen könnte, einen verantwortungsvollen Job zur Besänftigung der Götter wahrzunehmen. Vielleicht sogar für diese Idee nicht bloß motiviert war, sondern gewissermaßen brannte.
Verbunden war dieses großzügige Jobangebot mit der Aussicht auf lebenslangen Freizeitausgleich nach nur einem Tag Arbeit. Entgegen den Erwartungen von Rheumakaypi war die Resonanz ... naja ... überschaubar.

Doch nun hat sich doch noch jemand finden können: Ewald Sick, Innenverteidiger und mit bald 42 Jahren im besten Fußballeralter, meldete sich gestern im Büro des Managers. Er stellte sich als großer Anhänger von Pyrotechnik und Feuer im Allgemeinen dar und wollte seiner Karriere nach vielen Saisons auf dem Grün nun ein weiteres Kapitel hinzufügen. Im Interview sagte er heute "Der SV Suchsdorf ist mein Verein und ich dachte lange, dass ich für ihn die Fußballstiefel schnüren würde, bis ich ein letztes Mal aus ihnen kippe und nicht wieder aufstehen kann. Doch nun habe ich gemerkt, dass ich eine neue Herausforderung suche und vielleicht noch viel mehr Qualitäten habe als nur die Balltreterei."

Auf der Vereinshomepage wurde bald ein Foto von der Vertragsunterzeichnung mit vielen freudvollen Gesichtern und viel Händeschütteln gepostet. Der Zeitpunkt der feierlichen Zeremonie wurde auf den morgigen späten Nachmittag gelegt, direkt nach dem letzten Saisonspiel. Laut Priesterin sollte das positiven göttlichen Willen für die kommenden Spielzeiten "so gut wie garantieren".

Außerdem hatte Gurke N. Truppe noch die Idee, bei den anderen Fußballtempelpriesterinnen und -priestern nachzufragen, ob ihnen Gründe für die Erzürnung der Fußballgötter einfallen würden. Mögen die Dienerinnen und Diener des göttlichen Fußballwillens also ihre Prophezeiungen und Deutungen im Kommentaren verewigen, auf dass der nächsten Liga allgemeine Fußballweisheit zuteil werde.

geschrieben von rheumakaypi

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Kommentare

rheumakaypi schrieb am 15.03.2026 15:16 Uhr

Vielleicht, wenn wir Sick mit Senf einreiben, einen "I love Infantino" Sticker aufkleben und ihn dann ... nur für alle Fälle

Schmenker schrieb am 15.03.2026 12:33 Uhr

Es gibt nur einen Fußball-Gott und der heißt Gianni. Um den zu besänftigen, wäre eine Geldspende besser, allerdings sind Millionen etwas dürftig. Sollten dann schon Milliarden sein. Nächste Saison wird die beste Saison aller Zeiten! Und die übernächste auch.

Vielleicht sind die Fußballgötter erzürnt weil sie besenftigt, also mit Senf eingerieben werden wollen. Was ist wenn sie gar kein Opfer haben wollen? Nur wegen einem Übersetzungsfehler aus dem altgriechischen, soll jetzt Herr Sick...das ist krank!

rheumakaypi schrieb am 14.03.2026 22:13 Uhr

Hi Schorsch, nun, es ist für ihn definitiv das erste Mal.

Schorsch Chancentod schrieb am 14.03.2026 10:28 Uhr

die entscheidende Frage, aus Sicht der Fußballgötter, wird doch sein, ob der Ewald... eine Jungfrau ist?

Listiger Lurch schrieb am 13.03.2026 19:45 Uhr

Nein, Menschenopfer gehen gar nicht. Deus pediludii mag das gar nicht, da habt ihr eine falsche Prophetin gefragt. Schaut mal auf den Namen! Seit wann brennen denn Gurken gut? Na?
"Macht Flaschen leer", mal als Näherung eines Zitats eines wahren Fußballweisen. Denkt immer daran: wenn eine Prophetin oder ein Prophet gut zu verstehen ist, dann ist das garantiert falsche Prophetie. Eine Prophezeiumg muss wirr und unverständlich sein, sonst ist keine prophezeiung, sondern Murks.