17.566x gelesen 79x abonniert Ausgabe 25/24 17.06.2024 BBFC Logbuch Jetzt registrieren

BBFC Logbuch 131538A JAN 24 Eintrag 113-1 Verfasst am : 13.01.2024 15:38

Lautes Geschrei hallt über das Deck der Baltic Buccaneer. Nichts ist zu spüren von der sonst üblichen ausgelassenen Stimmung am Ende einer erfolgreichen Feindfahrt. Keine Feier anlässlich der erfolgreichen Rückkehr in den 1. BL-Ozean, als wir als fünfte in den Hafen zurückkehrten. Nein, diesmal sind laute Parolen zu hören.

Was war passiert?
Für den Kapitän ist das alles das unrühmliche, absehbare und dennoch unausweichliche Ende einer Entwicklung, die damit begann dass der Kostendruck immer größer wurde. Alles wird immer teurer. Die Inflation drückt unerbittlich auch auf die Einkommenssituation der Schiffsbesatzung. Die Kannonenkugeln beispielsweise sind im letzten Jahr um fast 30% teurer geworden und auch die höheren Plicht-Beiträge zur SARK (Seeräuber Alters und Renten Kasse) ließen die laufenden Kosten immer weiter steigen.

Also beschloss der Kapitän gegenzusteuern und griff zu drastischen Maßnahmen.
Stellenabbau und Kürzungen bei der Ausschüttung von Prisengeldern als Gewinnbeteiligung der Besatzung.

Als der OberMatrose Rüdiger Hauer, 41, 735, abheuerte und seine Stelle nicht nachbesetzt wurde, eskalierte die Situation.
Die aufgebrachten Seeräuber blockierten die Niedergänge zur Kommandatenkammer mit mehreren Bordlafetten der 32 Pfünder der Oberdecks Batterie und die Zugänge zur Offiziermesse mit einigen Stücken der 24 Pfündern der Batterie von Mitteldeck. Aus den Resten eines alten Jagers und anderen Vorstagsegeln fertigten sie Transparente mit Aufschriften wie
„Wir entern keine Galeere, wenn in unserem Beutel bleibt gähnende Leere!“
oder
„Ohne Gelder von der Prise machen wir nur Miese“

Die aufgebrachte Horde wütender Freibeuter scharte sich auf der Hütte und dem Mitteldeck und ließ ihrem wütenden Protest lautstark freien Lauf.

Auch nach außen war der Protest deutlich markiert. Die Bootsmannsgruppe hatte unter Anleitung des Decksmeisters die Stückpforten mit dem Schriftzug versehen:
„Die Pforten bleiben zu, die Stücke geben Ruh, bis die Besatzung zahl steigt im Nu!“

Den Kapitän blieb nach mehreren Tagen im unfreiwilligen Stubenarrest nichts anderes übrig, als einen Kompromiss mit den lokalen Vertretern der FICK (Freibeuter Interessens und Communikations Kameradschaft ist die zuständige Seeräubergewerkschaft, Anm. der Red.) auszuhandeln.
Im Ergebnis wurde die freie Stelle durch den AußenVorschoter Andi Rehm neu besetzt und die Kürzung der Prisengelder reduziert. Bei wieder besserer Ertragslage sollen die ausstehenden Summen ausbezahlt werden und ein Sonderbonus fällig werden.

Letztlich waren alle Beteiligten froh, das der Konflikt beigelegt wurde und die gesamte Crew sich wieder auf ihr Kerngeschäft konzentrieren konnte, übellaunig und verkatert unter der harten Knute des Kapitän auf Feindfahrt zu segeln...

geschrieben von Hein Seemann

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4.88/17

Kommentare

taenzer2003a schrieb am 14.01.2024 11:40 Uhr

Hallo,
schon Mal was von der FcCupgw (FC Cup Gewerkschaft für die Klubbesitzer) gehört.
Da sind die Freibeuter lieb.
Glückwunsch zum Aufstieg.

mbshu schrieb am 13.01.2024 19:15 Uhr

Wo soll denn die fette Beute herkommen, wenn die Bauern die Häfen blockieren und die Trucker lieber auf die (leere!) Oktoberfestwiese fahren, als die Ladung zu den Schiffen zu bringen!

O tempora, o mores!

Cooker schrieb am 13.01.2024 18:08 Uhr

Da hätte ich ja gerne mal die Kombüse gekapert und ... mit so mancher gewürzten Prise den Jungs den Wind aus den Segeln genommen.

Kringelino schrieb am 13.01.2024 17:13 Uhr

Stubenarrest fürn Captain? Deine Freibeuter haben Mut, aber schließlich müssen auch dir mal die Grenzen aufgezeigt werden. Wenn ich die Jungs das nächste mal in Sri Lanka treffe, werde ich ihnen noch mehr fiese Tipps verraten, das kann ich, das fällt mir nicht schwer. :-)))

Tommy Oliver schrieb am 13.01.2024 15:55 Uhr

So lange die Schlepper nicht die Hafeneinfahrt blockieren oder Die Seenotretter sich auf dem Wasser festkleben oder die Landratten mit Ferngläsern auf die Szenerie glotzen und sich darum streiten, warum genau eine der beiden Gruppen sich asozial verhalten darf, ist doch alles gut. Nur die Erhöhung der Meerwertsteuer trifft die Fischbuden hart.